4 Wochen Toskana sind nicht genug!

Die Urlaubszeit ist gekommen. Die meisten werden bereits wissen wo es für sie dieses Jahr hingeht. Doch da gibt es auch Menschen wie uns. Wir wissen bis heute noch nicht wo es uns dieses Jahr hinverschlagen wird. Hin und her gerissen zwischen Norden und Süden. Ich glaube wir haben zu viel GoT geschaut. Obwohl es dann wohl ganz eindeutig der Norden seien würde.

Eigentlich gibt es da bei mir im Sommer gar keine Diskussion. Sommerurlaub? „Eeeeey ab in die Süden!!! Der Sonne hinterher! Ey yo was geht…“ Ich will in meinem Urlaub Sommer, Sonne, Meer und Wärme! Garantierte Wärme! Kein möglicherweise gutes Wetter. Aber doch kam dieses Jahr die Frage auf „vielleicht mal in den Norden? Norwegen, Schweden?“ Doch ich kann mich noch nicht so richtig mit diesem Gedanken anfreunden. Auch wenn ich gerne diese Länder mal bereisen möchte, weiß ich nicht ob ich hierfür meinen Bräunungsurlaub „opfern“ möchte? Wieso die Frage überhaupt auf kommt wenn ich so ein Sonnenanbeter bin? Weil wir dieses Jahr mit einem Wohnmobil losziehen werden und gerne möglichst flexibel sein möchten. Doch genug von dieser ätzend langweiligen Einleitung. Sobald eine Entscheidung gefallen ist werdet ihr es mitbekommen und wer sich auf diesen Beitrag geklickt hat möchte nicht über den Norden und unsere derzeitige Urlaubsortüberlegung lesen. Sondern über die wunderschöne und traumhafte Toskana. Auch das Herz Italiens genannt.

Letztes Jahr haben wir die Elternzeit genutzt und haben uns mit unserer kleinen Laus ganze 4 Wochen nach Italien abgesetzt. Natürlich in die Toskana. Wir lieben es dort. Da wir 4 Wochen gehen wollten, haben wir uns dazu entschieden etwas ins Ladesinnere zu gehen. So hat es uns in ein kleines Haus in den Bergen verschlagen. Larciano sollte also die nächsten 4 Wochen unser zu Hause sein.

Die Anreise war erst einmal sehr nervenaufreibend. Jedoch muss ich zwischenzeitlich sagen, ich glaube jede Anreise ist abenteuerlich. Zumindestens bei uns. Da unsere Tochter noch sehr jung war (7 Monate) hieß es für uns oft Pause machen (Essen, Windel, irgendwas war immer). Wir geben zu, dass haben wir damals schlicht und ergreifend total unterschätzt. Dazu kam das unser Hund jedes Mal mit heult wenn unsere Tochter weint. Was im Auto ein absoluter Stimmungskiller und Nervenzerstörer war. Das mit unserem Hund lasse ich aber nun einfach so stehen. Falls euch das interessiert dürft ihr gerne zum letzten Beitrag springen https://alittlebitof.storto.de/2019/05/13/ab-jetzt-laeuft-es-anders-liebe-fellnase/

Naja nach 14 Stunden waren wir dann endlich da. Ich am Rand des Nervenzusammenbruches nach hinten gedreht und Schnulli festhaltend, während unser liebes Navi uns über ein Bergwegchen führte bei dem keiner von uns dachte das es uns irgendwo heil hinbringt. So breit wie unser Auto. Schotterpiste mit Schlaglöchern so tief das man hätte drin baden können und auf der anderen Seite ging es sehr steil eine Olivenbaum-Plantage nach unten. Dazu 14 Stunden Autofahrt hinter uns, weinendes Kind und heulender Hund auf der Rückbank. YES. So muss eine Anreise sein. Ciao Italia hier sind wir.

Ich nehme direkt mal vorweg, dass es einen anderen angenehmeren Weg nach oben gab. Wie es aussieht ist einfach unser Navi verdammt abenteuerlustig… Doch wir sind angekommen und auch unser Auto hat das Ganze ohne ein Italien-Andenken überstanden. Das Häuschen welches wir uns gemietet hatten war in einem kleinen Bergdorf. 10 Häuser ca. sonst nichts. Man kann also sagen, Italien pur. Das Häuschen war für uns 3 mit Hund komplett ausreichend, sauber und ruhig. Ein riesiger Garten mit kleinem Whirlpool war sogar dabei.

Kleiner Ausschnitt vom Garten

Für alle Wanderfreunde wäre es sicher ein Paradies. Spazieren konnte man durch die Berge ewig. Allerdings war es mit Kinderwagen dezent anstrengend und grenzte eher an ein Bootcamp als an einen Spaziergang. Auch mit Babytrage kam Mama ordentlich ins schwitzen und hat den Spaziergang für den Urlaub schnell als gestrichen notiert. Da wir den Garten hatten und Eidechsen die unseren Hund 12 Stunden am Tag auf Trapp hielten war das für uns kein Problem. Also Bewegungsfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Familien mit Baby/Kleinkind müssen super fit sein oder einfach mal Bock auf rumliegen haben.

Eddie hatte nur noch Augen für die Eidechsen

Für uns gab es allerdings einen kleinen Wermutstropfen. Zu Fuß war leider kein Café erreichbar und was ist ein Italienurlaub ohne den leckeren Café am Morgen während man den Trubel der Stadt beobachtet. Das hat uns echt gefehlt und war sehr Schade. Hierzu hätten wir immer mit dem Auto in die Stadt fahren müssen, was dann einfach für „nur kurz mal einen Kaffee trinken“ doch echt krass gewesen wäre. Aber wer vielleicht die Möglichkeit hat seinen Roller mitzunehmen wäre hier sicher super glücklich. Zum Entspannen und Runterkommen also klasse. Wer aber das Auto gerne stehen lassen möchte, wird es hier schwer haben. Da auch alle Einkaufsmöglichkeiten ein paar Kilometer entfernt sind. 

Wer das aber alles nicht so verbissen sieht und auch kein Problem mit engen Bergstraßen hat wird es lieben. Wir haben das Ganze dann immer mit unserem Strandbesuch verbunden. Da man auch zum Strand ca. 1 Stunde unterwegs ist haben wir dies immer als unseren Ausflug genommen. 2 bis 3 Mal die Woche haben wir also einen Strandtag eingelegt und sind auf dem Rückweg einkaufen gegangen. Wir persönlich lieben ja den „Coop“ und gehen gerne dort einkaufen. Die Produkte können sich sehen lassen. Wir lieben es in Italien zu kochen. Alles ist frischer und geschmackvoller. Man versucht ganz andere Sachen aus und bekommt alleine beim Einkaufen tolle Inspirationen. 

Wir sind immer nach Torre de Lago Puccini an den Strand gefahren. Der Strand dort ist so traumhaft schön und wir lieben Torre de Lago. Wer in der Nähe vom Strand seien möchte der sollte sich die Stadt merken. Hier habt ihr wirklich alles. Ich kann nicht sagen was dort fehlen sollte. Café über Café. Einkaufsläden, Weinhändler, Strand, Bar und und und also hier ist das Leben. Vor zwei oder drei Jahren waren wir hier sogar in einem Musical. Das Teatro Puccini ist eine Freilichtbühne direkt auf dem Massacciucoli See. Nicht nur das Bühnenbild war beindruckend sondern auch die Kulisse ringsherum. Die lieben Tigermücken lagen danach dick und fett im Fresskoma in der italienischen Sonne. Wer jetzt denkt, schade ich kann kein italienisch, leider nichts für mich. Dem sei gesagt auch wir können kein italienisch die paar Worte die wir verstehen reichen nicht für ein Musical. Auch meine liebe Freundin K, die fließend italienisch sprich hat nicht ganz genau gewusst was mit der Esmeralda in dieser Version von der Glöckner von Notre-Dame los war. Was wir alle verstanden haben ist nicht ganz jugendfrei. Daher werde ich dies hier nun nicht aufschreiben. Es war natürlich die Version die wir alle kennen und nur wir haben da wohl irgendwas ganz falsch verstanden. Nachdem dieses Missverständnis aufgeklärt war, waren wir auch von der Version nicht mehr so schockiert. Aber ein Lacher war es wert und ich muss jetzt noch lachen. Es war ein wunderschöner Abend. Solltet ihr euren Urlaub in diese Richtung legen. Schaut dort vorbei.

Freistrand: Da war es das Thema was uns bei unserem ersten Besuch vor einigen Jahren kalt erwischt hat. Denn es gibt wahnsinnig viele Badeanstalten in denen man sich einen Schirm für viel Geld mieten kann. Natürlich habt ihr dann hier auch alles. Von Bar über Toiletten wird es euch an nichts fehlen. Wir möchten jedoch direkt am Wasser liegen, so nah wie möglich. Ich möchte in die Ferne sehen und nicht von Abgrenzungen und Liegen die Sicht verdeckt bekommen. Ja ich liege sehr gerne auf meinem Handtuch auf dem Sand und beobachte die Wellen und das Wasser. Die Menschen die am Wasser spazieren gehen. Die Kinder die Sandburgen bauen und die Hunde die sich teilweise unfreiwillig im Wasser wiederfinden, wenn die Welle zu schnell kam. Deswegen wollen wir an den Freistrand.

Freistand Torre de Lago, der frühe Vogel hat seine Ruhe

Unseren ersten Urlaub in der Toskana haben wir in Viareggio verbracht. Viareggio ist eine super schöne Stadt von der ich euch später mehr erzählen werde. Bleiben wir kurz beim Strandthema. Da waren wir also. Das erste Mal in der Region. Tolles kleines Häuschen mit ganz lieben Vermietern die uns immer mit Google Translate versuchten auf Deutsch etwas von der Region zu erklären. Leider kam dabei immer nur etwas wie „die Tomanten auf dem Himmel haben Socken gegessen“ raus. Wenn ihr versteht was ich meine. Trotzdem haben wir es geschafft uns zu verständigen. Wir sind also an den Strand gewandert. Voller Erwartung. Doch dann kam Badeanstalt über Badeanstalt. Hier durfte man nur rein wenn man einen Schirm mit Liege mietet. Also suchten wir den sogenannten Freistand. Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Der Freistand war ein 20 Meter breiter Streifen in den man sich quetschen konnte. Naja nicht so schön. Aber gut wir haben uns dann eher einen Platz an der Bar gesucht und nicht am Wasser. Es war schön aber nicht so wie man sich das mit dem Standbesuch vorstellt. Auch in diesem Urlaub hatte es gepasst das meine Freundin K mit dabei war bzw. etwas später auch dort war. Ihr Papa wohnt nämlich in Torre de Lago so kam es nun das wir uns dort schon 3 mal im Urlaub getroffen haben oder gemeinsam verbracht haben. Das war im ersten Jahr Viareggio echt unser Glück, da wir so auf Torre de Lago gebracht worden sind. Der Freistand dort ist einfach toll. Weitläufig und daher auch nicht so überfüllt – wenn man ein bisschen läuft -. Doch auch wenn ihr gerne einen Schirm mieten wollt findet ihr in Torre de Lago genügend Badeanstalten wo ihr das machen könnt.

Viareggio. Eine zauberhafte Stadt. Hier kann man shoppen, schlemmen und flanieren bis in die späten Abendstunden. Doch nicht nur das. Wer Karneval liebt wird von Viareggio begeistert sein. Hier wird Karneval gefeiert bis die kunstvoll gebauten Wägen die Dächer der Hotels am Straßenrand abdecken. In der Cittadella del Carnevale werden die riesigen Wagen gebaut und gelagert. Die Cittadella kann auch besichtigt werden. Hierzu kann ich allerdings nichts sagen, da wir immer nur daran vorbeigelaufen sind. Da unser Ferienhäuschen direkt dahinter war konnten wir auch so den ein oder anderen Blick erhaschen. Als wir 2014 dort waren hatten wir soviel Glück. Denn es wurde ein Sommerkarneval veranstaltet. Die Wagen waren beeindruckend und die Stimmung unbeschreiblich gut. Aber auch ohne Karneval und Tam Tam ist Viareggio eine wirklich schöne Stadt.

Von hier aus seit ihr auch schnell in Pisa. Wir sind damals sogar mit dem Zug gefahren, was auch ein echtes Erlebnis war. Ja und zu Pisa kann ich gar nicht soviel erzählen. Wir waren da und wir haben den Turm auch nicht mehr gerade bekommen. Die anderen Gebäude waren schön zum Ansehen aber doch alles sehr voll und überlaufen. Daher sind wir gar nicht irgendwo rein sondern haben uns ein Café gesucht und sind dann noch ein bisschen durch die Gegend spaziert. Ich finde Pisa sollte man mal gesehen haben aber ich muss kein zweites Mal hin.

Auf den Spuren der Twilight-Vampire haben wir uns nach Volterra gewagt. Natürlich wird man hier über sehr viele Touristen stolpern. Aber in Volterra habe ich mich verliebt. Erstmal die Anfahrt. Ein Traum. Genau so stellt man sich die Toskana vor. Ich kann es gar nicht beschreiben. Verspielte Hügellandschaften, mit kleinen Bergdörfern und Natur. Ich war so mit staunen beschäftigt, dass ich gar kein Foto gemacht habe. Auf der Rückfahrt waren wir leider in ein Unterwetter gekommen und haben gar nichts mehr gesehen. Daher war auch da das Fotos machen ausgefallen. Also wenn ihr eine ungefähre Vorstellung von der Landschaft der Toskana habt werdet ihr bei der Anreise nach Volterra sicher nicht enttäuscht werden. Auch der Ausblick von der Stadtmauer. Atemberaubend. Wir hatten einen wundervollen Tag. Haben gut gegessen und hatten einen kleinen Meilenstein mit unserer Tochter. Da sie dort das erste Mal in einem Hochstuhl im Restaurant gesessen hat. Sie war darüber so glücklich und stolz, dass es mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist wie sie uns angelacht hat. Volterra kann ich jedem nur ans Herz legen. Nur den Besuchern der Vampir-Saga sei verraten; der Film wurde wo anderes gedreht. Also nichts da mit Kulisse besichtigen.

Die Aussicht von Volterra
Volterra
Volterra

Wer keine Lust zum Kochen hat, sollte sich auf jeden Fall während seines Urlaubs eine Osteria zum Essen gehen suchen. Meist muss man hier immer ein bisschen vorab suchen und vielleicht auch mit Einheimischen sprechen. Denn die kleinen guten sind oft versteckt und nicht in den Touristenballungsgebieten. Was ist eine Osteria? Meist gibt es hier ein festgelegtes „Menü“ mehrere kleine Gänge werden mit dem passenden Wein begleitend serviert. Oft zahlt man einen Festpreis pro Personen. Es sind typische italienische Speisen und auch die italienische Lebensfreude und den Genuss werdet ihr so kennenlernen. Natürlich gehört hier eine gewisse Flexibilität auch im Essen dazu. Da es nunmal nur das festgelegte Menü gibt, könnt ihr nicht wählen und selber zusammen stellen. Wir lieben es so essen zu gehen und das „echte“ Italien etwas besser kennen zu lernen. Für die Region Larciano de Castello kann ich euch nur die Osteria La Carraia Osteria Bichi empfehlen. https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g635877-d4584366-Reviews-La_Carraia_Osteria_Bichi-Lamporecchio_Province_of_Pistoia_Tuscany.html

So haben wir also unsere Zeit in Italien in den letzten Urlauben verbracht. Und auch unsere 4 Wochen Toskana letztes Jahr waren gefühlt im Sekundenbruchteil vorbei. Keine Ahnung ob ich je von der Region genug bekomme, aber es gibt ja auch noch soviel zu entdecken. Vielleicht war es ja für den einen oder anderen Ideen gebend für den nächsten Urlaub oder für die Planung des Toskana Urlaubs. Wahrscheinlich habe ich eh die Hälfte vergessen. Doch irgendwann muss ja der Beitrag auch mal zum Ende kommen.

Ich hoffe ich konnte den einen oder anderen ein bisschen vom Alltag entführen.

Habt einen schönen Donnerstag und bis Bald!

Eure Nadja

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